EIN SCHEINBAR SCHRÄGER VOGEL, DER UNS ANRÜHRT: Waldrapp   (Geronticus eremita)

Mit dem Waldrapp begegnen wir einem seltenen Vogel mit höchst individuellem Gesichtsausdruck. Wichtigste Kennzeichen sind der abwärts gebogene Schnabel, Gesicht und Stirn sind unbefiedert, während der Nacken einen langen  ‚Schopf‘ aus spitzen Federn trägt (bei Erregung aufgestellt). Die Stimme ist ein rauhes ‚chrub-chrub‘*.Er war vor einigen Jahrhunderten ein häufiger Vogel, der jedoch wegen intensiver Bejagung, des Plünderns der Nester und infolge der ‚Kleinen Eiszeit‘ (Nahrungsmangel) im 17. Jahrhundert nahezu ausgerottet war. In jüngster Zeit konnte er erfolgreich gezüchtet werden. So war es möglich einige diese Vögel in der Region Überlingen zu sehen. Die Jungvögel können also erfolgreich ‚ausgewildert‘ werden. Dazu werden die sie durch Prägung auf Menschen und mit Hilfe von Leichtflugzeugen in ihr Winterquartier, z.B. in der Toskana, geführt**. Die europäische Population ist dadurch im Jahr 2021 auf 199 Tiere angewachsen2. Jedoch schwingt in jedem Jahr die Sorge um eine gesunde Rückkehr der Vögel mit.  

Literatur: 1. Der Waldrapp. In: Anita Albus: Von seltenen Vögeln   2. Waldrappteam und Förderverein Waldrapp: Fortschrittsbericht Jänner 2022    3. Bonner Zoologische Beiträge.  Seite 645, 1950

*Waldrapp Stimme                          
**Begleiteter Flug ins Winterquartier 

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