DER HOCHBEGABTE STIMMEN-IMITATOR: Star (Sturnus vulgaris)

Stare finden wir in der ländlichen Kulturlandschaft, in Parks und in Städten Europas. Wegen seiner Intelligenz und seines interesanten Verhaltens wurde er auch als ‚die Dohle des kleinen Mannes‘ (Konrad Lorenz) bezeichnet. Sein Verhalten ist außerordentlich unterhaltsam und man ist geneigt, dem Star eine spielerische Begabung oder sogar Gewitztheit zuzuordnen: in England hat ein Star aufgrund seine Begabung, Stimmen und Geräusche zu imitieren, den Pfiff eine Schiedsrichters  laut und deutlich gerufen und damit wiederholt Fußballspiele unterbrochen. Die Briten mit ihrer Liebe zur Vogelwelt haben diese Unterbrechungen mit Humor  ertragen. Im Herbst sammeln sich Stare zu großen, teils gewaltigen Schwärmen. An geeigneten Beobachtungspunkten können diese Schwärme detailliert beobachtet werden, z.B. im Herbst auf der Insel Langeoog.  Besonders beeindruckend ist die Dynamik eines Schwarmes: in kürzester Zeit ändert der Schwarm sein Aussehen. In den hier gezeigten Zeichnungen handelt es sich um ein kleines Detail aus dem Video eines Schwarmes auf der Insel Langeoog. Ohne wesentliche Ortsveränderung treten in kurzer Folge strukturelle Veränderungen auf, zwischen der oberen Zeichnung und der unteren liegen nur 5 Sekunden: „Sie bewegen sich, als führten sie einen einstudierten Tanz auf, obwohl ein äußerlich sichtbrer Choreograf fehlt. Das ‚fliegende Ballett‘ beginnt mit lockeren, scheinbar ungeordneten Ansammlungen, die sich unvermittelt zu einer Wolke verdichten, Tornado-ähnliche Wolken bilden, Pirouetten drehen, sich plötzlich wieder ausbreiten und das Spiel in zahlreichen Variationen erneut beginnen. Das Verblüffende an diesen  Flugformationen sind ihre raschen Richtungs- und Formwechsel und die Präzision der Bewegungen, in denen alle Individuen eines Schwarmes synchronisiert erscheinen.“ Die Entstehung und die biologische Bedeutung dieser Schwärme sind noch nicht in allen Einzelhaeiten geklärt. Starenschwärme sind deshalb Gegenstand ornithologischer Forschung (Herzog, V.: Die Natur organisiert sich selbst.- Scheidewege 42, 299-319, 2012).

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