ENGLAND ALS NEUES MIGRATIONSZIEL SEIT DEN 1980er JAHREN: Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla) und die Veränderbarkeit der Migrationsziele

Mönchsgrasmücken sind kleine Meisen-große Singvögel mit charakteristischem Gesang und Aussehen: Der Ruf der Mönchsgrasmücke hört sich an, als würden zwei kleine Steine aneinander gestoßen: ‚teck‘ oder gereiht ‚teck, teck, teck‘. Der überwiegend heitere Gesang beginnt mit einem schwätzenden Vorgesang, dem das eigentliche Gesangsmotiv aus variationsreichen Tonfolgen beginnt. Oft werden Imitationen, vorwiegend des Amselgesangs, eingefügt. Der Gesang wird meist aus dem Gebüsch, teilweise aus Baumkronen vorgetragen, in jedem Fall ist der singende Vogel durch Blattwerk verdeckt. Bei dem sehr lauten  Gesang aus nächster Nähe wird für den Menschen gelegentlich die Schmerzgrenze erreicht (siehe auch Zaunkönig). Mönchsgrasmücken lieben Wasser, an Bachläufen, z.B. der Orb nahe Bad Orb, haben wir alle 10 bis15 m eine Mönchsgrasmücke gehört. Da sie dort auch brüten, ist auch der Ruf, z.B. als Warnruf, zu hören. Dieser klingt so, als würden zwei kleine Steine aneinander gestoßen: ‚teck‘ oder gereiht ‚teck, teck, teck‘. Der Zug der Mönchsgrasmücke hat die ornithologische Forschung beschäftigt: der deutsche Ornithologe Professor Peter Berthold (emeritierter Direktor der Vogelwarte Radolfzell) hat als erster nachgewiesen, dass  Mönchsgrasmücken ererbte Zug-Zeitprogramme besitzen, die ihnen helfen, als unerfahrene Jungvögel die erste Wanderung zwischen Brutgebiet und dem unbekannten Winterquartier zu bewältigen. Anhand der Mönchsgrasmücke und ihrem neuartigen Flugziel England hat Peter Berthold die genetischen Grundlagen des Vogelzugs und seiner Wandlungsfähigkeit der Erforschung zugänglich gemacht. 

 

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