DER ERSTE FANFARENSTOß IM ZEITIGEN FRÜHJAHR: Misteldrossel (Turdus viscivorus)
Die Misteldrossel ist unsere größte Drossel und wurde in früherer Zeit vorwiegend mit Leimruten gejagt. Sie essen Würmer und Sämereien, insbesondere die Beeren der Mistel (Loranthus europaeus) und tragen so zur Verbreitung dieser auf Bäumen schmarotzenden Pflanze bei. Die Samen sind von einer klebrigen Pulpa umhüllt, aus der Jäger den Leim für Leimruten hergestellt haben. Misteldrosseln und andere Vögel wurden auf diese Weise gefangen. Misteldrosseln verteidigen im Winter die von ihnen auserwählten Beeren-Sträucher und -Bäume. Der kurze melancholische Gesang kann im Kottenforst, wenn die Sonne scheint, bereits Ende Januar gehört werden. Ihr Gesang ist das erste Zeichen des kommenden Frühlings. Die Misteldrossel sitzt dann vorzugsweise auf dem höchsten Baum und der Fanfarenklang erfüllt Berg und Tal. Gelegentlich kommt diese Drossel sogar in Wohngebiete, aber am wohlsten fühlt sie sich zweifellos im Wald. Im Kottenforst ist der weittragende Gesang im Frühjahr häufig zu hören.