GROßER ALTWELTGEIER MIT DER FÄHIGKEIT ZUM GLEITFLUG ÜBER SEHR GROßE STRECKEN: Gänsegeier (Gyps fulvus) 

Altweltgeier gehören zu den Greifvögeln, haben also eine andere evolutive Herkunft als die Neuweltgeier, die man früher u.a. wegen der fehlenden Nasenscheidewand den Störchen zuordnete, die aber nach heutiger Sicht eine eigene Ordnung bilden. Altwelt- und Neuweltgeier sind also nur entfernt miteinander verwandt.  Gänsegeier haben in Urzeiten auch in Deutschland gelebt. Darauf deuten Funde u.a. aus der Höhle Hoher Fels (schwäbische Alb-Donau-Kreis) hin, z.B. in Form einer Flöte (vermutlich das erste Musikinstrument), hergestellt aus dem Flügelknochen eine Gänsegeiers. Gänsegeier haben ein großes Verbreitungsgebiet, das – mit zahleichen Lücken – von Spanien bis Indien und Pakistan reicht. Wir haben ihn im Fluge in den bayerischen Alpen und im Rofangebirge beobachten können (das sind reine Gelegenheitsbeobachtungen).Sein Gleitflug wird während der Balz durch spektakuläre Luftmanöver ergänzt. Gänsegeier sind obligate Aasesser von Kadavern größerer Säugetiere. Zum Eröffnen der Kadaver dient der scharfe kraftvolle Schnabel. Fleisch, innere Organe und Knochen,  oft mit hochinfektiösen Bakterien kontaminiert, werden durch die starke Magensäure aufgelöst. Weil die Kadaver rar sind, überwinden Gänsegeier auf der Nahrungssuche oft große Entfernungen, u.a. bis nach Norddeutschland. Wegen der seit 2000 wachsenden Anzahl an Durchzüglern in Deutschland besteht die Hoffnung, dass es zu erneuten Ansiedlungen und ersten Bruten in Deutschland kommt, insbesondere in Gebieten mit guter Thermik wie Schwäbische Alb, Bayerischer Wald, Rhön und Eifel. Zurzeit stehen dem aber das geringe Nahrungsangebot und Abschüsse durch Jäger, denen der Gänsegeier noch fremd ist, entgegen.                        

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