UNERWARTET NAHE BEGEGNUNG: Wintergoldhähnchen (Regulus regulus)

An einem sonnigen Märztag in den Ammergauer Bergen kam ich beim Abstieg vom Nordhang des Kofel (1.340 m) bei Hüft-tiefem Pulverschnee, in eine lichte Zirbelkieferschonung. In der Stille des Schneewaldes hörte ich das hochfrequente Gewisper von Wintergoldhähnchen. Beim Näherkommen sah ich, dass sie emsig Spinnen, kleine Käfer, Springschwänze etc. suchten und meine Gegenwart unbeachtet ließen. Das geschah in geringer Entfernung von 30 bis 50 cm vor meinem Gesicht. Ich konnte den Arm ausstrecken, den sie als zusätzlichen Stand benutzten. Dabei hörte ich ihre leisen Stimmfühlungsrufe („si-si-si-si-si“), die vermutlich höchsten Stimmen aller Singvögel. Aber auch das rhythmische Auf und Ab des Gesangs einiger Männchen (mit bereits feuerrotem Scheitel) war zu hören, die Gruppe bestand aus insgesamt 12 Vögeln. Das Unerwartete an dieser paradiesischen Begegnung war die Berührung der Vögel, die ich bei Wintergoldhähnchen so noch nicht erlebt hatte. 

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