EIN PUNK IN DER VOGELWELT:
Wiedehopf  (Upupa epops)

Der Amsel-große Wiedehopf bevorzugt offene, warmtrockene Landschaften in Europa, Asien und Afrika, Deutschland ist Grenzgebiet seiner Verbreitung. Der Wiedehopf ist bei vielen Menschen berüchtigt wegen seines Geruches. Im August 2016 war für mich erstmals sein unverwechselbarer Ruf „up-up-up“ auch im Kottenforst  (Hardtbergwald) zu hören: ich fand ihn auf einer Wiese am Waldrand bei der Suche nach Insekten. Die Federhaube ist bei Erregung fächerartig aufgestellt. Als er mich bemerkte, richtete er seine Haube auf und flog, zunächst senkrecht aufsteigend, später in wellenförmigem Flug davon. Dabei wurde seine auffällige Schwarz-Weiß-Bänderung der Flügel-Federn sichtbar. Ich habe ihn an derselben Stelle mehrmals gehört, wiederholt gesehen und – so geht es wohl jedem Beobachter – eine innere Beziehung zu diesem Vogel entwickelt. Wahrscheinlich war er auf dem Weg nach Süden, möglicherweise vom Niederrhein kommend. Im Gegensatz zum Zebra ist die Funktion der auffälligen Flügelstreifung unbekannt, möglicherweise dient sie der Abwehr von Predatoren.  In der Poesie gilt der Wiedehopf als Liebesbote*.

*Johann Wolfgang von Goethe 1819: im ‚West-Östlichen Diwan‘

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