WENIG SCHEUE MEISEN IM NADELWALD:
Tannenmeise (Parvus ater)
Tannenmeisen sind über Europa und Asien (mit Ausnahme Islands) weit verbreitet. Ähnlich dem Wintergoldhähnchen nehmen Tannenmeisen vom Menschen wenig Notiz. In dichten Nadelwald-Schonungen kann man sich ihnen auf Armeslänge nähern, wenn sie emsig nach Springschwänzen, winzigen Insekten, Insekteneiern und Spinnen suchen. Das war möglich im Südfriedhof in München, direkt gegenüber meiner wissenschaftlichen Arbeitsstelle (Pathologisches Institut der Universität). Bei niedrigen Nadelbäumen konnte dieses Verhalten bequem ‚in einer Mittagspause‘ und auf Augenhöhe studiert werden. Dabei gelang es ihnen, auf den dünnsten Zweigen Halt zu finden. Tannenmeisen sind die bevorzugte Beute vom Sperlingskauz. Wenn eine Gruppe von Tannenmeisen beim Nachpfeifen des Sperlingskauz-Rufes wütend reagiert, kann man vermuten, dass sich in ihrem Revier der Sperlingskauzes befindet. Auf diese Weise gelang es mir, einige weitere Sperlingskäuze aufzufinden.