ELEGANTE FISCHJAGD AM RURSEE:
Rotmilan (Milvus milvus)
Unverwechselbarer Greifvogel. Charakteristisch sind der tief-gegabelte Schwanz, die langen und schmalen Flügel und das helle Flügelfeld vor den schwarzen und tief gefingerten Handschwingen. Der kräftige Schnabel ist an der Wurzel gelb, das Gefieder am hell-graubraunen Kopf, Hals und Bauch längs-strichliert. Verbreitungsschwerpunkt ist Deutschland, Rotmilane sind Teilzieher (Hauptziel Südwesteuropa), aber in zunehmendem Umfang bleiben sie im Winter in ihrem Brutgebiet, wo sie streng geschützt sind. Er ist nahe verwandt mit dem Schwarzmilan, mit dem er sich gelegentlich verpaart und Hybride bildet. Der Rotmilan ist weniger ans Wasser gebunden, dennoch kann er gelegentlich beim Fischfang beobachtet werden: Am östlichen Teil des Rursees (Eifel, nahe der Staumauer) konnten wir sehen, wie ein Rotmilan in etwa 20 Metern Höhe über dem Wasser zu kreisen begann. Plötzlich schoss er ins Wasser und tauchte bis auf den Kopf unter. Mit kraftvollen Flügelschlägen erhob er sich aus dem Wasser, in den Fängen ein etwa 50 bis 60 cm großer ovaler Fisch (Karpfen oder Brasse), er sank kurz ins Wasser zurück, aber beim zweiten Versuch gelang es ihm, sich mit mächtigen Flügelschlägen über das Wasser zu erheben und langsam kreisend an Höhe zu gewinnen, bis er schließlich über dem Bergwald östlich des Sees verschwand. Das ganze Ereignis erinnerte an die Fischjagd beim Fischadler, es dauerte etwa 20 Minuten.
Literatur: Langgemach,T., Dürr,T.: Informationen über Einflüsse der Windenergienutzung auf Vögel.- Landesamt für Umwelt und staatliche Vogelschutzwarte Brandenburg, 10. Mai 2021, S. 51 und 71.