DER ‚BEINLOSE‘ KÖNIG DER LUFT: Mauersegler (Apus apus)
Es gibt kaum einen Vogel, der sich so lange, scheinbar ununterbrochen, in der Luft aufhält: im Fluge sucht er Insekten, er trinkt und schläft in der Luft, die Begattung findet im Fluge statt und man kann sagen, dass er entweder dem Brutgeschäft nachgeht oder krank ist, wenn er den Boden aufsucht. So kann er im Laufe eines Jahres bis 140.000 km zurücklegen. Seine Beine sind mit scharfen kräftigen Krallen ausgestattet, aber sehr kurz. Sie sind so kurz, dass er in einigen frühen Beschreibungen als beinlos* bezeichnet wurde. In der Tat, der rasante Flug ist sein Metier: Es gibt kaum ein glücklicher stimmendes Ereignis als das einer vor Lebenslust laut schreienden Horde von Mauerseglern, die in ,wilder Jagd‘ mit hoher Geschwindigkeit um die Häuser der Stadt oder um den Kirchturm oder, wie im Bild zu sehen, um die Gebäude des Marburger Schlosses fliegen. Beste Nistmöglichkeiten ergeben sich unter den Dächern alter Fachwerkbauten. Besonders beeindruckend ist ihre Fähigkeit, in jedem Jahr ihres Lebens an denselben Brustplatz zurückzukehren. Da die moderne Architektur keine Nistmöglichkeiten mehr bietet, werden zunehmend Mauersegler-Nistkästen an Gebäuden angebracht. Dafür gibt es inzwischen zahlreiche Beispiele, wo die Mauersegler-Population erheblich erhöht werden konnte, zum Beispiel in Kronberg im Taunus. Wenn die Vögel flügge werden, verunglücken manche: viele verunglückte Mauersegler würden umkommen, wenn es nicht ‚Mauersegler-Kliniken‘ (z.B. in Frankfurt/M) gäbe, in denen diese Vögel kenntnisreich gesund gepflegt werden.
*Apus apus (griechisch) heißt übersetzt beinlos