DIE SCHEUE UND AUFFALLEND SCHÖNE HALBGANS DER NORDSEEKÜSTE: Brandgans (Tadorna tadorna) 

Brandgänse sind an den Küsten der Nordsee bis Island verbreitet. Es sind Halbgänse, weil sie Eigenschaften von Enten und Gänsen in sich vereinen (Brandgänse zeigen z.B. im Gegensatz zu den Gänsen einen deutlichen Sexualdimorphismus). Wir finden sie, besonders gut erkennbar, im Wattenmeer, weil sich ihr weißes und rostrotes Gefieder kontrastreich vom dunklen Watt-Boden abhebt. Zur Nahrungsaufnahme (Algen, Schnecken, Würmer, Muscheln, kleine Krebse) schwenkt die Brandgans seitwärts ihren Schnabel durch den Schlamm. Eine weitere Besonderheit: Wie in einem Kindergarten sammeln sich Jungvögel, oft unterschiedlichen Alters zu Gruppen; sie werden betreut von erwachsenen Elterntieren oder von Brandgänsen, die ihre Brut verloren haben. Im August ziehen sich die Altvögel in ihre Mauserplätze in der Deutschen Bucht (z.B. Doggerbank) zurück. Brandgänse sind scheue Vögel, sie sind jedoch an besonderen Stellen auch aus der Nähe gut zu beobachten (z.B. bei Ebbe im Hafen von Langeoog). Auf der Vogelinsel Mellum, einer ehemaligen Flak-Station im 2. Weltkrieg, haben wir gesehen, dass sie in den gesprengten Bunkern, die sie als ihre Höhle ansehen,  brüten. Brandgänse sind obligate Höhlenbrüter, sie bewohnen sogar die Höhlen von Füchsen: diese Nachbarschaft funktioniert, weil die Füchse in ihrer Höhle eine Beißhemmung haben. Brandgänse sind ganzjährig geschützt, sie werden aber auch wenig geschossen, weil ihr Fleisch (was für ein Segen!) nicht gut schmecken soll.

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