EIN KOLIBRI-MÄNNCHEN VERTEIDIGT SEIN NEST GEGEN EINEN SCRUB JAY: Anna-Kolibri (Calypte anna) in den Feigenbäumen der Mission von Santa Barbara
Außer uns Menschen, die Anna Kolibris u.a. zu Schmuck verarbeiten, haben Anna Kolibris zwar viele Feinde (Katzen, Greif- und Raben-Vögel, Schlangen), ihr Bestand scheint jedoch zurzeit noch nicht gefährdet. Der Anna-Kolibri sieht nicht nur betörend schön aus, er hat auch ein Wesen, das immer wieder aufs höchste erstaunt, hier ein Beispiel: In dem Feigenbaum-bestandenen Kloster-Zentrum entdeckten wir in einer Astgabel das kleine Fingerhut-Nest dieses Kolibris. Zugleich war ein schrilles ohrenbetäubendes Vogelgeschrei zu hören: es war der männliche Partner des auf dem Nest sitzenden Weibchens, das seine Jungen schützen wollte. Dieses Männchen verteidigte laut schreiend seinen Partner und sein Nest gegenüber einem Californian Scrub Jay (Garrulus californicus, Kalfornischer Buschhäher), es machte den Eindruck, als würde es ein kleines Cessna Propeller-Fluzeug mit einen ‚Jumbo‘ (Boeing 747) aufnehmen wollen, indem es um den Jay herum schwirrte. Und tatsächlich: das Geschrei und die Omnipräsenz nervten den Scrub Jay so stark, dass er die Flucht ergriff. Da die Kolibris beim Fliegen hohe Geschwindigkeiten erreichen (im Sturzflug nahezu 100 km/h) werden sie zunächst nicht identifiziert und oft mit Libellen verwechselt. Für den mit der amerikanischen Vogelwelt unerfahrenen Europäer ist es jedesmal ein großes Glücksempfinden, wenn Hummingbirds erkannt und beobachtet werden können.