DER GROßE BRUDER DES MAUERSEGLERS: 
Alpensegler (Apus melba) an der Pont du Gard

Mitte Juli 1980: wenn man die oberste Plattform der Pont du Gard besteigt*  und sich flach auf die Steine legt, kommen Alpensegler in Gruppen von 6 bis 8 Vögeln in direkter Nähe vorbeigeflogen. In dieser Jahreszeit  waren Hälfte die noch etwas kleineren und schlankeren Jungvögel des Jahresdabei. Deutlich war zu sehen, dass sie auch den ungewohnt auf der Plattform liegenden Menschen erkennen und neugierig zu beobachten scheinen: Sie flogen, offensichtlich mit Absicht, zu diesem Zweck langsam und fast in greifbare Nähe heran.  Beim dichten Vorbeiflug wurden Details ihres Gefieders klar erkennbar: sie sind die einzigen Segler mit einer reinweiß gezeichneten Unterseite, getrennt durch ein dunkelbaunes Brustband von der weißen Kehle. Gut erkennbar ist auch der gegabelte Schwanz. Im Vorbeiflug waren ihre charakteristischen langgezogenen, relativ leisen Triller (in Analogie zu den allerdings lauten ‚srieeee‘-Rufen der Mauersegler) zu hören. Es ist gemessen worden, dass Alpensegler bei der Jagd nach Insekten Geschwindigkeiten bis 250 km/h erreichen können. Wie die Mauersegler verbringen die Alpensegler ihr Leben mit Ausnahme der Brutzeit in der Luft. In den letzten Jahrzehnten ist eine stetige Nordwärts-Ausdehnung Ihres Brutgebietes erkennbar: sie haben eine ansehnliche stabile Kolonie im Freiburger Münster gegründet und brüten bereits im weiter nordwärts gelegegenen Stuttgart und Karlsruhe. Die Brut im Felsengebirge ist zunehmend gefährdet durch den stetig anwachsenden Bergtourisms.

*damals war das noch erlaubt

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